Namendeutung und Familiengeschichte:
Eckrich - auch Eckerich, Egrich, Agrich - ist ein alter germanischer Personenname
und bedeutet etwa "der schwertkühne Mann". Die französische Form ist Echry,
die lateinische Eckericus, Egericus, Achericus und Agerigus. Bereits im frühen Mittelalter
nach der Völkerwanderung im 6. Jahrhundert ist der Name in westgotischen und fränkischen
Königsfamilien belegt. So gibt es einen heiligen Agarich, der von 554 bis 591 Bischof von Verdun war,
der Pate des Königs Chilperich und Onkel der westgotischen Königstochter Brunhilde.
Ein weiterer Agarich taucht im 8. Jahrhundert als Bischof von Limoges auf. Mitte des 9. Jahunderts war ein
heiliger Agericus Abt des Klosters Eckrich-Belmontin in den Vogesen. Schließlich ist für das
12. Jahrhundert ein heiliger Egericus bezeugt (gestorben 1161), der dem Monasterium Ursidungensis im
Hennegau als Abt vorstand. In der KaroIingerzeit war ein Graf Eckrich mit der Schwester Karls des Großen
verheiratet. Aus dieser Ehe gingen als Nachfahren die Landgrafen von Elsaß hervor. Ein berühmtes Mitglied
dieser Linie ist Papst Leo IX., Sohn des Landgrafen Hugo von Elsaß, der von 1049 bis 1054 auf dem
Stuhl Petri saß. Aus einer Seitenlinie der Landgrafen von Elsaß wiederum stammen die
Ritter von Eckrich ab. Der achte Bischof von Straßburg Anfang des 10. Jahrhundets, Gottfried,
stammte entweder von dieser Linie oder von den Landgrafen von Elsaß ab.
Er soll ein Enkel der Schwester Karls des Großen gewesen sein und zur Familie Ludwig des Deutschen
gehört haben. Die Landgrafen von Elsaß haben bedeutende Fürstengeschlechter Deutschlands
hervorgebracht. Unter ihnen befinden sich die Grafen von Zweibrücken (heute Wittelsbacher), die Herzöge von
Lothringen (heute Habsburger), die Fürsten von Leiningen, das Haus Nassau, das salische Kaiserhaus,
die Grafen von Saarbrücken, die Grafen von Forbach und die Grafen von Metz.
Die elsässische Linie:
Die Ritter von Eckrich im Elsaß sind mit Gerhard Ritter von Eckrich 1232 erstmals
erwähnt. Als Lehensmänner des Herzogs von Lothringen hatten sie das Leberautal
zum Lehen erhalten, das reich an Blei-, Kupfer- und Silbervorkommen war. Stammsitz der Ritter
von Eckrich war seit dem Ende des 11. Jahrhunderts das Schloß Hoch-Eckerich oberhalb
Klein-Rumbach im Klein-Rumbachtale bei Markirch, ebefalls im Leberautal. Im selben Tal liegt auch
das Kloster St. Wilhelm, das nach dem Tode des oben bereits genannten heiligen Agarich im 9. Jahrhundert
gegründet worden war. über dieses Kloster und über das Priorat von Leberau waren die Ritter
von Eckrich lange Zeit die Schutzherren. Eine Nebenlinie der Ritter von Eckrich im Elsaß, die den Beinamen
"Waffler" trug, hatte die Vogtei über die Reichstadt Schlettstadt als kaiserliches Lehen. 1316 kamen sie durch
Lehensübertragung auch in Besitz des Schlosses Hoch-Eckerich.
Als 1329 Heinrich Waffler Ritter von Eckrich ohne männlichen Nachkommen starb, erhielt sein Schwiegersohn
Werner von Hattstatt das Lehensgut. Das Schloß wurde jedoch einem anderen Waffler von Eckrich zugesprochen.
1381 starb die Linie von Eckrich in männlicher Nachkommenschaft aus. Nach einem langen Rechtsstreit um das
Schloß Hoch-Eckerich und die Lehensgüter wurde 1399 in einem Abkommen das Leberau-Tal zwischen
dem Grafen von Hattstatt und dem Grafen von Rappoltstein geteilt. Das Schloß aus dem 10. Jahrhundert,
das bereits zweimal 1284 und 1339 vom Bischof von Straßburg belagert worden war, blieb bis ins 17. Jahrhundert
im Besitz der Rappoltsteiner, bis es schließlich im Jahr 1636 im Dreißigjährigen Krieg auf Befehl des
französischen Königs Ludwig XIII. endgültig zerstört wurde. Heute ist immerhin noch eine stolze
Ruine erhalten geblieben. In der Nähe des einstigen Schlosses liegt ein Dorf mit dem französischen Namen
Echery, das auf die alte Geschichte der Ritter von Eckrich verweist. Aus der Klosterkirche von Leberau ist der Deckstein
ihrer Familiengruft erhalten, der die spätgotische Inschrift aus dem 14. Jahrhundert trägt:
"Hier liegend // Die von Eckrich und ruhent in Gottes Frieden."
Die drei Töchter des 1381 verstorbenen letzten Ritters von Eckrich, Johannes von Eckrich, bewahrten den Namen
von Eckrich, indem ihre Söhne ihn wieder annahmen. Clara heiratete den Münzmeister von Breisach; ihr Sohn hieß
Johannes Münzmeister von Breisach gen. von Eckrich Edelknecht (1396). Die zweite Tochter Belina war mit Burkard von
Maßmünster verheiratet; ihr Sohn nannte sich Henselin von Maßmünster gen. von Eckrich Edelknecht (1411).
Und Anna, verheiratet mit Zorn gen. Schultheiß, hatte einen Sohn Johannes Zorn von Eckrich Edelknecht (1396), seit 1408 Ritter.
In diesen drei Linien wurde der Name von Eckrich fortgeführt, wenngleich er änderungen erfuhr, wenn sich der Träger
nach seinem Herrschaftssitz oder seinem Lehensgut benannte. Selbst von altem Adel, gingen die von Eckrich der elsässischen
Linie mit uradeligen Geschlechtern immer wieder Heiratsallianzen ein, zum Beispiel mit den Herren von Andolsheim, Hattstadt,
Hurretsch, Landberg, zum Ried, Potzheim, Wasselnheim, Zorn-Lapp, Heimburg, Hohenstein, Marschall von Stotzheim
und Fürsten von Brumath. So dürften die von Eckrich im reichselsässischen Gebiet als adeliges Geschlecht mit
Vorrechten, ritterschaftlichen Lehen und größerem Eigenbesitz wohl noch lange Zeit ansässig gewesen sein,
bis sie im 17. Jahrhundert durch den Dreißigjährigen Krieg wie der gesamte elsässische Adel zerschlagen wurden
und zugrunde gingen.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg tauchte der Name Eckrich in Kelin-Auheim bei Hanau wieder auf, wo ihn auch heute noch viele Familien tragen.
Aus Klein-Auheim stammt auch der älteste direkte Vorfahre, nämlich Adam Eckrich.
Sein Sohn Johann Eckrich heiratete am 24.04.1666 in Steinheim eine Elisabeth Schultheiß aus Rembrücken/Offenbach.Aus dieser Ehe ging der Sohn Hyronimus Eckrich hervor, welcher am 27.11.1677 in Klein-Auheim geboren wurde.
Am 13.02.1703 verehelichte sich dieser in Schifferstadt mit einer Maria Katharina Lang. Mit dieser Heirat sollte die Familie Eckrich für die folgenden Generationen ihren Stammsitz nach Schifferstadt verlegen.
Aus dieser Ehe des Hyronimus Eckrich mit Maria Katharina Lang gingen drei Söhne hervor.
Der erste am 04.05.1704 in Schifferstadt geborene Philipp Jakob Eckrich wurde zum Stammvater der Sippe Eckrich in Waldsee.
Sein Bruder Johann Jakob Eckrich, geb. am 02.09.1706 heiratete am 26.05.1732 Anna Katharina Wick. Johann Jakob Eckrich starb am 04.04.1784.
Der dritte Sohn Hans-Michael Eckrich, geboren am 06.12.1714 heiratete am 14.05.1736 Anna-Magareta Wahl, geboren 12.06.1713.
Deren Sohn Martin-Johann Eckrich, geb. 06.02.1755, heiratete am 07.02.1780 Anna Margarethe Fouquet (geb. 07.10.1758 / gest. 19.01.1833).Aus dieser Ehe ging am 03.07.1791 der Sohn Josef Eckrich hervor (gest. 03.07.1837), welcher am 24.03.1813 Margret Teusch ehelichte. Ihr Sohn Georg Valentin Eckrich (geb. 28.02.1820) heiratete am 26.11.1845 Elisabetha Susanna Mayer (geb. 26.10.1822). Am 02.02.1866 wurde ihr Sohn Franz Eckrich (genannt der 5.) geboren. Georg Valentin, von Beruf Glaser, starb am 22.03.1875. Franz Eckrich heiratete die Maria, Anna Sturm, geb. 28.06.1865. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, wobei der Sohn Georg Eckrich, geb. 01.02.1892, Barbara Balzer geb. 27.10.1891 heiratete. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, der Sohn Eugen Eckrich, geb. 27.02.1915 und die Tochter Erna.
Eugen Eckrich ehelichte am 24.09.1943 Hedwig Sattel, geb. 06.04.1922 (gest. 25.11.1981).
Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor. Ursel Eckrich, geb. 12.01.1945 in Heidebreck starb im Alter von 6 Jahren am 27.04.1951. Der Sohn Wolfgang Georg Eckrich, geb. am 27.09.1946 in Rodalben und die Tochter Anette Barbara Eckrich geb. am 22.05.1952 in Edenkoben. 1952 zogen diese nach Neustadt Hambach.
Wolfgang Eckrich heiratete am 06.09.1974 Gabriele Klara Anna Müller.
Dieser Ehe entstammen zwei Kinder, der Sohn Stephan Eckrich, geb. 22.04.1976 in Bochum und die Tochter Sabine Eckrich, geb. am 22.02.1979 ebenfalls in Bochum.
Seit 1990 sind diese wieder in Hambach ansässig.